Do

10

Jun

2010

"Schaut auf die Herrlichkeit Gottes" - Interview mit Matthias Lohmann

Pastor Matthias Lohmann Pastor Matthias Lohmann

 Ich freue mich, dass auf TheYoungReformer.de endlich Leute zu Wort kommen, auf die die Beschreibung "the young Reformer" wirklich passt. Und Matthias Lohmann ist einer von Ihnen. In diesem Interview erzählt uns der Münchener Pastor aus seinem zwar noch kurzen, aber wie ich finde bewegtem Leben. Wie er von Siemens zum Reformed Theological Seminary kam und was er von den "9 Merkmalen einer gesunden Gemeinde" hält, das erfährst du in diesem Interview.

 

TYR Hallo Matthias. Vielen Dank, dass du diesem Interview zugesagt hast. Könntest du dich vielleicht kurz vorstellen und einen kurzen Abriss aus deinem Leben geben?

 

Lohmann Geboren 1971 in Braunschweig. Nach dem Abitur Studium der Politikwissenschaften,. VWL und Neuere Geschichte mit M.A. Abschluss 1997. Im Januar 1998 begannen zwei wichtige neue Abschnitte: Am 11. Januar kam ich durch Gottes souveräne Gnade zum rettenden Glauben an den Erlöser und Herrn Jesus Christus und am Tag darauf begann ich meine berufliche Laufbahn bei Siemens. Im Herbst 1998 ging ich dann für Siemens nach Washington, DC, wo ich mich bald der Capitol Hill Baptist Church (CHBC), mit Pastor Dr. Mark Dever anschloss.

 

Das Jahr 2002 markierte zwei weitere wichtige Abschnitte: Im April habe ich geheiratet und im Juli zogen meine Frau Sarah und ich von DC nach Berlin. Dort wurde mir zum ersten Mal so richtig klar, dass Deutschland längst wieder ein riesiges Missionsfeld ist. Während der Zeit in Berlin fing ich an regelmäßig zu predigen und bald war mir klar, dass Gott mich in den vollzeitlichen Dienst rief. Nach einem Jahr, während dem ich v.a. im Mittleren Osten war, kündigte ich Anfang 2005 bei Siemens und ging zurück nach Washington, DC. Dort leitete ich einen Vertriebsbereich eines US Consultingunternehmens und studierte nebenbei am Reformed Theological Seminary. Ganz wichtig für meine Entwicklung war aber v.a. auch die erneute Zeit bei CHBC und die Förderung durch Mark Dever. Im Herbst 2007 nahm ich mir eine berufliche Auszeit und absolvierte ein 5-monatiges Gemeindepraktikum bei Mark.

 

Im Sommer 2008 kündigte ich bei meinem Arbeitgeber (meine Frau hatte schon etwas vorher ihre Stelle im US Außenministerium gekündigt) und wir zogen als Familie nach München, wo ich als einer der Pastoren der FEG München-Mitte tätig wurde.

 

Wir haben zwei kleine Töchter, Anna Maria (3,5 Jahre) & Chrisy-Rose (6 Monate).

 

TYR In deinem Artikel „Gemeinde auf Gottes Wort bauen“, gehst du auf die neue geistliche „Bewegung“ um Leute wie John Piper, John MacArthur und besonders Mark Dever ein, die ein neues Gemeindeverständnis prägen. Ist eine solche Umkehr „zurück zur Schrift“ auch im deutschen evangelikalen Christentum von Nöten?

 

Lohmann Ganz gewiss. Den Artikel habe ich ja schon vor einigen Jahren geschrieben aber er hat sicher nichts an seiner Aktualität verloren. Wir müssen zurück zur Schrift und vor allem, zurück zum Zentrum der Schrift, dem Evangelium! Deshalb bin ich neben „Together for the Gospel“ auch sehr dankbar für die Aktivitäten der „Gospel Coalition“. Beide Gruppen (die ja eng miteinander verbunden sind) stehen ganz zentral für eine klare und unverfälschte Verkündigung des Evangeliums und fordern zu recht, dass das Evangelium von essentieller Bedeutung für alle Aspekte der Gemeinde und aller Lebensbereiche von Christen ist. Ich befürchte, dass in viel zu vielen Kreisen, nur noch Teilaspekte des Evangeliums bekannt sind und bekannt werden und deshalb das Evangelium „bestenfalls“ zu einer Art „Eintrittskarte“ zum ewigen Leben reduziert wird.

 

TYR Exegetisches bzw. auslegendes Predigen wird in Deutschland eher selten praktiziert. Wie wichtig ist die Auslegungspredigt für die Gemeinde?

 

Lohmann Ich halte Auslegungspredigten für extrem wichtig. Nur um das deutlich zu sagen - natürlich darf auch mal thematisch gepredigt werden und in manchen Situationen ist das sogar sehr hilfreich.

 

Jedoch sollten Auslegungspredigten, die Stück für Stück biblische Bücher auslegen, die Norm sein. Solche Predigten helfen der Gemeinde, Gottes Wort im von Gott gegebenen Zusammenhang zu verstehen. Predigten werden nachvollziehbar und das Gesagte wird überprüfbar. Außerdem werden so eben nicht nur die Lieblingsstellen des Predigers gepredigt, sondern der ganze Ratschluss Gottes. Ich erlebe in meinen eigenen Vorbereitungen, wie viel intensiver ich Zusammenhänge und Aussagen des biblischen Textes studiere, wenn ich eine Auslegungspredigt vorbereite. Bei Themenpredigten spielt stattdessen oft eine Konkordanz eine große Rolle und Bibelzitate werden, sicher oft versehentlich, nicht ihrem Kontext entsprechend verwandt. Letztendlich wird bei themenpredigten die Bibel zur Unterstützung der Meinung des Predigers benutzt, während Auslegungspredigten den Prediger dazu veranlassen sollten, Gottes Wort zu erforschen und SEINE Gedanken zu predigen.

 

Meine Hoffnung im Bezug auf Auslegungspredigten ist, dass sie der Gemeinde helfen, selber mehr im Verständnis von Gottes Wort zu wachsen. In gewisser Weise könnte man wohl sagen, dass ich mit meinen Predigten u.a. das Ziel verfolge, der Gemeinde ein Beispiel dafür zu geben, wie wir Gottes Wort verstehen und anwenden sollten.

 

TYR Konferenzen wie „Together for the Gospel“ und die „Shepherds Conference“ oder auch Pipers „Desiring God Conference“ tragen in den Staaten stark dazu bei, dass junge Pastoren dem Wort Gottes gemäß geprägt und gestärkt werden. Braucht das deutsche bibeltreue Christentum ein ähnliches Konzept wie „Together for the Gospel“?

 

Lohmann Das wäre sicherlich ein großer Segen! Ich bete und arbeite dafür, dass hier in Deutschland eine ähnliche Bewegung entsteht und immer mehr Menschen die Herrlichkeit Gottes und die ganze Fülle des Evangeliums erkennen und diese Botschaft dann in die Gemeinden, das ganze Land und bis zu den Enden der Erde tragen.

 

TYR Sie sind selbst Pastor und bekennender Verfechter von Mark Devers „9 Merkmalen“. Ist diese „Richtlinie“ praktisch umsetzbar oder ist sie zu idealistisch? Führt Sie zum „Erfolg“ im biblischen Sinne?

 

Lohmann Die “9 Merkmale einer gesunden Gemeinde“ sind natürlich kein Gesetz. Ich denke sie sind biblisch und eine hilfreiche Herausforderung für unsere Gemeinde und deshalb bin ich sehr dankbar, dass der 3L Verlag dieses Buch in deutscher Übersetzung veröffentlicht hat. Ein anderes Buch von Dever, das es leider noch nicht in Dt. Übersetzung gibt, ist in gewisser Weise die praktische Unterfütterung der „9 Merkmale“. Der englische Titel ist sehr passend „The Deliberate Church“. Darum geht es letztendlich – Gemeinden sollten sich „deliberate“, also gezielt und planvoll in allen Aspekten am Wort Gottes orientieren und sich immer wieder durch Gottes Iirrtumsloses und unfehlbares Wort reformieren lassen. Wenn das geschieht, werden Gemeinden sicher „Erfolg“ haben … denn Erfolg im biblischen Sinne ist vor allem immer Treue zu Gott.

 

Das 9Marks e-Journal gibt im übrigens (leider auch nur auf Englisch, online unter www.9marks.org) sehr gute Anregungen dazu, wie die verschiedenen Merkmale einer gesunden Gemeinde implementiert werden können. Darüber hinaus gibt es ja eine Vielzahl von Büchern, die diese Themen ausführlicher und „praktischer“ aufgreifen und erklären.

 

TYR Ein Themawechsel. Da Bücher eine große Rolle auf TheYoungReformer.de spielen, wollte ich dir kurz einige Fragen zu diesem Thema stellen. Wie wichtig sind Bücher für den Dienst im Reich Gottes?

 

Lohmann Für mich als Pastor ist das mit Abstand wichtigste Buch die Bibel. Das mag Klischeehaft klingen, aber ich befürchte, dass viele Pastoren recht wenig Zeit dafür finden, in der Bibel lesen. Neben den Texten, die ich für meine Dienste in der Gemeinde sehr intensiv lese (zur Zeit das Buch Richter für meine Predigten und Hebräer für die Gemeinde-Bibelstunde) lese ich jeden Tag mindestens 3 Kapitel in der Bibel, um so im Jahr 2010 durch die gesamte Bibel zu lesen. Ich blogge dazu täglich ein paar Gedanken. Das ist nicht gerade „wissenschaftlich“ aber ich hoffe, dass der Blog v.a. Gemeindemitglieder dazu motiviert, mit mir durch die Bibel zu lesen (http://bible-total.blog.de).

 

Darüber hinaus halte ich eine gute Systematische Theologie für sehr hilfreich. Ich freue mich, dass demnächst Wayne Grudem’s „Systematic Theology“ auf Deutsch erscheinen wird.

 

Gute Bibelkommentare sind natürlich auch wichtig, da der Heilige Geist ja nicht nur uns heute Einsichten in biblische Wahrheiten schenkt, sondern eben auch viele anderen Menschen schon in die Tiefen der Wahrheiten Gottes geführt hat. Deshalb ist das Lesen guter Kommentare in der Predigtvorbereitung für mich hilfreich und ein Zeichen von Demut.

 

Gute Nachschlagewerke und eine gute Kirchengeschichte sind ebenfalls sehr wertvoll.

 

Grundsätzlich sind auch andere Bücher wichtig für meinen Dienst und für meine Seele!

 

TYR Wieviel Bücher liest du durchschnittlich und wie viele davon stehen in deiner Bibliothek?

 

Lohmann Ich lese weniger Bücher, als ich es gerne täte. Da fehlt mir einfach oft die Zeit. Ich lese meist mehrere Bücher parallel. Außerdem lese ich nicht alle Bücher komplett, sondern manchmal nur „quer“ oder nur bestimmte Kapitel. Im Jahr lese ich ca. 50 Bücher.

 

TYR Was ist deine Top 5 der besten geistlichen Bücher?

 

Lohmann Ich habe keine klare Top 5 … aber ein paar wirklich gute und empfehlenswerte Bücher sind:

 

Vaughn Roberts „God’s Big Picture“ … eine sehr leicht lesbare Einführung in die biblische Theologie. Das Buch erscheint demnächst auch auf Dt. bei 3L.

 

John Piper’s „Endlich leben“ … das letzte Piper-Buch, das ich gelesen habe und ganz sicher eines der besten überhaupt!

 

Charles Bridges‘ „The Christian Ministry“ … ein “Muss” für Männer, die den Pastorendienst anstreben

 

Gresham Machen’s „Christinaity & Liberalism“ … ein Buch aus den 1920ern mit enormer Aktualität

 

C.S. Lewis‘ „Anweisungen an einen Unterteufel“ … das Buch hilft, Satans Wirken in den ganz alltäglichen Dingen zu erkennen

 

…. Und jetzt habe ich noch nichts von D.A. Carson, Jonathan Edwards, John Bunyan, Calvin, Luther, Augustinus, etc. erwähnt.

 

TYR Zum Schluss würde ich dir noch gerne Raum geben, den Lesern mitzuteilen was du möchtest.

 

Lohmann Lest Gottes Wort, achtet darauf, wie das ganze Wort Gottes von Jesus Christus und Seinem Erlösungswerk zeugt, schaut auf die Herrlichkeit Gottes und lasst Euch in SEINEN Bann ziehen und betet, dass der Herr Euch zu dankbaren, frohen und treuen Nachfolgern macht, die IHM in allen Dingen die Ehre geben!

 

TYR  Vielen Dank für deine investierte Zeit. Dem Herrn die Ehre dafür.

 

Matthias Lohmann´s

Gemeinde

Blog

Predigten

Share/Bookmark

Trackback-Url für diesen Artikel


Trackbacks / Pingbacks: 1

Kommentar schreiben

10 Kommentare

  • #1

    Andi (Donnerstag, 10 Juni 2010 19:52)

    50 Bücher?!? Jede Woche ein Buch.

    Nicht schlecht, und das als Ehemann und Vater.

    Da könnt ich mir zwei Scheiben abschneiden.

  • #2

    Till (Montag, 14 Juni 2010 10:37)

    Ein sehr interessantes Interview. Vielen Dank! Es macht doch Mut zu erkennen, dass reformierte Theologie an Boden gewinnt, zur Ehre Gottes.

    Er erwähnte, dass die systematische Theologie von Wayne Gurdem bald in Deutsch erscheint. Weiß vielleicht jemand mehr darüber? Habe im I-Net widersprüchliches dazu gefunden.

    Lg Till

  • #3

    Andreas (Dienstag, 15 Juni 2010 13:20)

    Grudem ist allerdings Charismatiker, ob er in anderen Bereichen orthodox ist, weiß ich nicht.

    Die Dogmatik von Herman Bavinck soll jdoch auf Deutsch erscheinen! Allerdings erst in ein paar Jahren.
    http://www.svvhed.org/deutsch/index.php?UEbersetzungen

    Gruß,
    Andreas

  • #4

    Andreas (Dienstag, 15 Juni 2010 13:25)

    PS: Aber es gibt ja Gott sei Dank noch die Dogmatik von Eduard Böhl: http://www.cbuch.de/product_info.php/info/p2059_B-hl--Dogmatik.html

  • #5

    Till (Dienstag, 15 Juni 2010 13:55)

    Hallo Andreas!

    Ja, die Dogmatik von Böhl ist sehr gut. Allerdings auch recht knapp gehalten. Dazu kann sie selbstverständlich aufgrund ihres Alters nicht auf neuere Diskussionen eigehen.

    Die Person Wayne Grudem ist sehr interessant. In ihm "vereinigt" sich viel. Er hat tatsächlich starke Verbindungen zur Vinyard Bewegung, ist jedoch ein herausragender Theologe, weshalb er sehr ausgewogen ist. So seltsam es klingt, aber man könnte ihn als reformiert-charismatischen Baptisten bezeichnen.

    Seine Systematic Theology ist herausragend! Da gibt es kein wenn und aber. Dies wird nahezu allgemein (im amerikanischen, evangelikalen Raum) anerkannt. Natürlich nicht so sehr von arminianischen Theologen. Selbst die Presbyterianer empfehlen sie, wie z.B. Robert L. Reymond. Es wäre ein unschätzbarer Gewinn, würde sie in Deutsch erscheinen!

    Du betonst er sei charismatisch und fragst dann, ob er in anderen Bereichen Orthodox ist. Tut mir leid, aber das ist etwas zu einfach. Man muss ihn schon kennen, auch was seine charismatischen Ansichten angeht.

    Ich jedenfalls würde sehr froh sein, gerade was unsere Gemeinden betrifft, würde seine systematische Theologie in Deutsch erscheinen.

    Lg
    Till

  • JimdoPro
    #6

    mymission (Dienstag, 15 Juni 2010 15:25)

    Wer Wayne Grudem ist, wusste ich. Auch dass er im deutschen evangelikalen Christentum zuweilen kritisch gesehen wird...dennoch würde ich mich über sein (im amerikanischen sehr bakannten) Werk "Systematic Theology" sehr freuen...Er war durchaus federführend an der ESV Study Bible beteiligt, die ich (auch inhaltlich) sehr gelungen finde...

  • #7

    Marcus (Montag, 19 Juli 2010 18:55)

    Ich denke, man muss in dieser Frage auch unterscheiden, in wie weit seine (sehr überzeugende) Argumentation im Bereich Charismata und Geistestaufe seine anderen Lehren beeinflusst.
    Ich denke, es ist ein riesiger Rückschritt, wenn man ihn nur kritisch sieht, weil er in einer Frage von priphärer Bedeutung eine andere Einstellung hat als die historischen Reformierten.
    Im Übrigen können auch Arminianer seine ST als sehr gelungen ansehen, solange man das rechte Auge für zentrale und dezentrale Lehren behält!
    Im großen und ganzen ein gelungenes Werk - mich würde auch sehr interessieren, in wie weit da eine Übersetzung geplant ist und welcher Verlag da plant und für welchen Zeitraum etc. Hat da jemand nähere Informationen?

  • #8

    Till (Montag, 02 August 2010 15:23)

    Hallo Marcus!

    Nur eine kleine Info, damit man dich nicht falsch versteht. Was die Geistestaufe betrifft, teilt Grudem nicht die Position der Pfingstler. Das heißt er lehrt nicht Wiedergeborene und Bekehrte müssten eine speziellen Geistestaufe erfahren. Er spricht hingegen davon, dass Christen immer wieder von Gottes Geist erfüllt werden. Er lehrt auch nicht (wie viele Pfingstler), dass mit der Geistestaufe die Sprachenrede verbunden ist, so dass jeder der diese spezielle Taufe erfahren hat, zwangsläufig in Sprachen reden kann. Hast du das gemeint?

    Leider habe ich immer noch nicht näheres zu einer Übersetzung seiner Systematic Theology erfahren.

    Lg Till

  • #9

    jjh (Montag, 23 August 2010 13:08)

    Hallo Till (und andere),

    zur Übersetzung der Systematic Theology kann ich nur soviel sagen, dass mir bekannt ist, dass eigentlich Mitte diesen Jahres als Datum der Veröffentlichung der Übersetzung geplant war, aber bei einem so großen Werk (und besonders der Systematisch-Theologischen Begriffe wegen sehr aufwändigem Werk) eine Verzögerung schon absehbar war - und mir nun auch bekannt ist.

    Es wird wahrscheinlich noch bis Ende des Jahres dauern (auch wenn ich es nicht hoffe).


    Zu dem Inhalt:

    Ich habe sein Werk auf Englisch und habe nun nahezu 3/4 bis 4/5 gelesen.
    Es ist einerseits natürlich so, dass Grudem sehr viele "Strömungen unter einen Hut bringt", dennoch ist es keineswegs eine nicht-reformierte Systematische Theologie. Sein Ziel war es ja auch nicht die Strömungen zu vereinen - im Gegenteil er steht mit der S.T. für klare Lehre.

    M.E. sind ALLE Grundsätze der neuen-reformierten Bewegung (heißt: Credobaptistisch, grundreformiert, etc.) enhalten.

    Einzig und allein erachtet Grudem das "begrenzte Sühneopfer" für diskutabel. Dies ist der einzige Punkt, an dem ich gemerkt habe, dass Grudem "unter einen Hut" zu bringen versucht. Er greift zunächst (völlig korrekt, m.E.) den Namen "begrentes" Sühneopfer an - und meint, dass man mit "wirksamen" Sühneopfer besser bedint wäre. Allerdings lässt sich in seine gesamte Abhandlung immer noch eine armenianische Sichtweise (sprich: er starb für alle und jeden) hineininterpretieren (ohne wirklich die aussagen des Textes zu verändern - obwohl m.E. die Meinung Grudems ist, dass das Sühneopfer begrenzt ist, bringt er dies nicht klar rüber und setzt es auch nicht als "notwendig" vorraus).

  • JimdoPro
    #10

    mymission (Montag, 23 August 2010 13:55)

    Vielen Dank jjh, für deine weiteren Ausführungen...interssanter Blog übrigens...;-)

  • loading