Hans-Werner Deppe
von Peter Voth - Hans-Werner Deppe ist Prediger in der Biblisch-Evangelischen Gemeinde OWL, Familienvater und Ehemann, Autor des Buches "Wie wird es in der Hölle sein?" und Chef des Betanien Verlages. Ein Mann also, mit einem prall gefüllten Terminkalender. Trotzdem nahm er sich die Zeit, meine Fragen gründlich zu beantworten. Und es hat sich wirklich gelohnt. Der Verfechter bibeltreuer Lehre und Auslegungsprediger Deppe, erklärt uns wie er von "Rom nach Christus" kam und wie er zu der Debatte, John Piper und Rick Warren steht. Außerdem gewährt er uns einen Blick hinter die Kulissen und die Geschichte des Betanien Verlages und erklärt, warum wir gerade jetzt gute Bücher lesen sollten. Dieses und vieles mehr, erwartet euch in diesem Interview.
TYR Ich bin mir bewusst dass Sie als Pastor, Prediger, Autor und Verlagschef von Betanien viel zu tun haben und schätze es sehr, dass Sie sich die Zeit nehmen, meine Fragen zu beantworten. Sie haben ein bewegtes Glaubensleben hinter sich, ich glaube Sie waren Katholik. Wie wird ein Katholik, „reformierter Baptist“?
Deppe Zunächst: Die Beschreibung "Von Rom zu Christus" fände ich treffender als Schubladen von Konfessionen. Mit der für die reformierte Theologie typischen Lehre wurde ich dadurch vertraut, dass ich recht bald nach meiner Bekehrung von vielen Christen mit der Ansicht konfrontiert wurde, das Gläubigsein und das Heil lägen letztlich am eigenen Willen und an einer aus sich selbst heraus getroffenen "Entscheigung" für Gott. Ich verstand die Bibel jedoch anders, nämlich, dass es allein an Gottes Gnade liegt und auch nur liegen kann, weil ich als unbekehrter Sünder hoffnungslos versklavt und geistlich mausetot war und Gott mich durch das Evangelium zum Leben erweckt hat. Ich habe mich mit der Lehre der Erettung allein aus Gnade - eben auch im Zusammenhang mit der souveränen Erwählung - dann vertieft beschäftigt - aber wie gesagt, nicht, weil es ein Steckenpferd von mir war, sondern weil so viel Gegenteiliges unter Christen behauptet und verbreitet wird. Und da ich meine Erkenntnis ungern für mich allein behalte, sondern auch öffentlich Stellung nehme, hatte ich mich bald offiziell positioniert zur so genannten reformierten Theologie. So entstanden auch neue Kontakte und ich wurde herausgefordert, auch andere übernommene Ansichten zu verteidigen, zu prüfen und zu korrigieren. Dann habe ich durch intensives Bibelstudium auch in anderen Lehrfragen meine Haltung korrigieren müssen, z.B. in der Eschatologie. In der Tauffrage konnten mich die Argumente der Pädobaptisten bisher aber nicht überzeugen, wenngleich ich das heilsgeschichtliche System der Bundestheologie sehr interessant finde, aber nicht uneingeschränkt übernehmen kann.
TYR Ich habe das Gefühl, dass es eine immer größere „Gemeinde“ von evangelikalen Christen gibt, die sich dem reformierten Glauben zuwenden, gerade auch junge Christen. Sehen Sie das auch so? Und macht sich das in den Verkäufen Ihrer Bücher bemerkbar?
Deppe Ich habe dazu leider keine Statistik und auch Sie sprechen ja von einem "Gefühl". Aber diesen Eindruck habe ich auch. Es ist keine Massenbewegung, aber es ist etwas in Bewegung. Kürzlich bin ich mit 4 jungen Studenten von der Akademie für Reformatorische Theologie zusammen zur Verax-Konferenz in den Südschwarzwald gefahren. Das war z.B. sehr ermutigend, diese Mitfahrer und andere Verax-Teilnehmer als geistlich sehr motivierte junge Männer kennen zu lernen.
Was den Bücherverkauf betrifft, kann ich nur sehr dankbar sein, dass man davon überhaupt leben kann. Buchhandelkollegen drücken mir gegenüber oft ihr Erstaunen aus, dass die Herausgabe so anspruchsvoller Sachliteratur überhaupt wirtschaftlich ist. Es ist tatsächlich auch ein Kampf und man muss auch Ideen und Engagement in Sachen Vertrieb haben, aber letztlich kann ich nur Gott danken, dass der Verlag sich selbst und den Lebensunterhalt von zweieinhalb Familien trägt, ohne von Spendern abhängig zu sein.
TYR Wie kam es eigentlich zur Gründung von Betanien? Was waren die Beweggründe dafür?
Deppe Zur Zeit meiner Bekehrung war ich ein Bücherwurm, und diese Angewohnheit hab ich in mein neues Leben mit herübergenommen ... Gott hat es geführt, dass ich schon kurze Zeit nach meiner Bekehrung beim Verlag CLV ganz in der Nähe in meiner damaligen Heimatstadt Bielefeld mitarbeiten durfte, auf dem Lager, auf der Buchmesse, im Lektorat und in der Redaktion, mit Übersetzungen, Gestaltung, kaufmännischen Belangen usw. Ich wurde sogar dort angestellt und habe dort mein verlegerisches Handwerk gelernt. Dafür bin ich auch heute noch sehr dankbar. 1999 ging ich für ein halbes Jahr an eine Bibelschule bzw. ein Jüngerschaftstraining in die USA. Anschließend arbeitete ich freiberuflich als Übersetzer und Schriftsetzer, hatte aber den starken Wunsch, die christliche Verlagslandschaft noch zu ergänzen: Während CLV auf solche Veröffentlichungen spezialisiert ist, die mit hoher Auflage auf den Markt gebracht werden können, fehlte m.E. ein Verlag, der weniger auflagenstarke Bücher verlegt, die eher lehrmäßig ausgerichtet sind und dem vertieften geistlichen Wachstum dienen. Mein Beweggrund war der Wunsch, dass geistlicher Hunger gestillt oder auch erst geweckt wird und auch vor aktuellen Gefahren gewarnt wird. Gerade durch meine 6 Monate in den USA hatte ich viele englischsprachige Bücher gesehen, die es wert wären, auf Deutsch verlegt zu werden. So begann ich Ende 2000 mit der Herausgabe des ersten Betanien-Buches. Meinen Lebensunterhalt verdiente ich zunächst weiterhin durch Aufträge anderer Verlage für Übersetzungen und Schriftsatz. Zuerst lief der Verkauf auch sehr schleppend, so dass ich mir als frisch verheirateter Ehemann Sorgen machte, wie ich in Zukunft eine Familie ernähren könnte. Erst 2002 gab es mit den recht gut angenommenen Büchern "Was ist rettender Glaube" von Arthur Pink und besonders durch "Worship bis zum Abwinken" von Dan Lucarini Hoffnung auf wirtschaftliche Überlebensfähigkeit.
TYR Leider gibt es immer noch sehr wenige Verlage die puritanische Autoren verlegen (z.B. Jonathan Edwards), mit Ausnahme von 3L. Dürfen wir Puritaner, auch von Betanien erwarten? Oder passt diese Art von Literatur nicht ins Verlagsprogramm?
Deppe Leider haben wir sehr wenig Kapazität - personell und finanziell; Betanien kann nur etwa 4 bis 8 Neuerscheinungen pro Jahr stemmen. Meine Prioritäten liegen in anderen Bereichen. Ich denke, dass man die gute Lehre der Puritaner auch in aktueller Weise ausdrücken kann. Dennoch sind die (echten) Puritaner sehr wertvolle Literatur und ich freue mich, dass sie in letzter Zeit vermehrt verlegt werden.
TYR Was dürfen wir in Zukunft von Betanien erwarten?
Deppe Allgemein hoffe ich, noch etliche Lücken zu füllen, die ich im deutschsprachigen Buchmarkt sehe. Konkret möchte hier nicht allzu viel preisgeben, auch wenn es sehr viele Ideen, Projekte usw. gibt. Wir kündigen Projekte, die bereits in Arbeit sind, schon mit längerer Vorlaufzeit im Infobereich unserer Verlagswebseite betanien.de an. Ein Buchprojekt, das dort noch nicht zu finden ist, kann ich aber schon verraten: Martin Erdmann schreibt an einem Buch über brisante Vorgänge in der evangelikalen Elite (Rick Warren & Co.) und deren Bestrebungen. Es wird hoffentlich ein Augenöffner für die aktuelle "Verführung mit System". Was weitere angedachte Projekte und Ideen betrifft, möchte ich nicht allzu viel verraten, sondern nur ein Beispiel nennen: Das Thema Christenverfolgung wird viel zu wenig thematisiert. Wir müssen uns viel mehr bewusst machen, dass allen echten Christen Verfolgung und Drangsal verheißen ist. Wir müssen darauf vorbereit sein und müssen lernen, geistlich damit umzugehen. Wir müssen sogar unsere Kinder dahingehend erziehen, wenn wir z.B. bedenken, dass Deutschland in wenigen Jahren quasi islamisiert sein wird. Die evangelikale Christenheit schwelgt stattdessen in einem Rausch der unbeschwerten Leichtigkeit und Lebenslust und bringt nur Wohlfühlliteratur und mystisch-spirituelle Accessoirs und katholisch anmutende Devotionalien auf den Markt - das ist der Trend, aber durch diese Einseitigkeit tun sich enorme Lücken auf. Das wäre ein Beispiel, wo ich wirklich Handlungsbedarf sehe, was geistliche Handreichungen durch Publikationen betrifft.
TYR „Wie wird es in der Hölle sein?“ ist ja eher ein evangelistisches Buch zur Handreichung. Wird es von Ihnen in Zukunft ein „größeres“ Buch geben? Planen Sie überhaupt, noch mal ein Buch zu schreiben?
Deppe Schon mit Beginn der Verlagsarbeit war es mein Wunsch, auch selber das ein oder andere Buch zu schreiben. Leider nimmt die kaufmännische Arbeit mich sehr in Beschlag und zu einem weiteren Angestellten reichen die Mittel derzeit noch nicht. Außerdem ist die redaktionelle Bearbeitung von Übersetzungen (Lektorat) oft sehr zeitaufwändig, aber hier werde ich durch Umorganisation versuchen, mir Freiräume zu schaffen und mehr Zeit zum Schreiben zu finden. Ideen und die genannten "Markt"-Lücken sind reichlich vorhanden. Durch meinen Predigtdienst habe ich auch bereits umfangreiche Materialsammlungen ...
TYR Wie schafft man es in einem säkularisierten Land wie Deutschland, bibeltreue Literatur zu verkaufen?
Deppe Kaufmännisch gesprochen ist unser "Markt" ja nicht die Gesamtbevölkerung, sondern eine recht kleine Zielgruppe bibeltreuer Christen, von denen es aber - zumindest im erweiterten Sinne - im deutschsprachigen Raum wohl doch eine sechsstellige Zahl gibt. Davon sind erst relativ wenige Kunden von Betanien. Leider ist es nicht damit getan, Bücher auf den Markt zu werfen. Man muss werbemäßig sehr viel tun und auch viel Geduld haben. Eine einzelne Werbeaktion wie ein Mailing oder eine Zeitschriftenanzeige - und erst recht nicht das kostenintensive Magazin "Kelle und Schwert" - rentieren sich kurzfristig meistens nicht, aber man muss die langfristige Wirkung sehen: man bleibt in Erinnerung und erreicht vielleicht Multiplikatoren oder gewinnt langfristig neue Kunden. Leider funktioniert unsere Konsumgesellschaft nur so, dass man ständig auf sich aufmerksam machen muss, sonst geht man unter. Das Beste ist natürlich die persönliche Mund-zu-Mund-Empfehlung, und hier ist es unser Gebet, dass sich unsere Bekanntheit auf diesem Wege noch verbreitet. Das Entscheidende dabei ist natürlich, dass man wirklich sehr gute, empfehlenswerte Bücher herausbringt, über die man spricht.
TYR Obwohl in letzter Zeit viel calvinistisch gefärbte Literatur in deutscher Sprache erschienen ist, ist der Calvinismus unter Christen dennoch sehr „verrufen“ und unbeliebt. Man muss sich immer wieder dafür rechtfertigen. Was raten Sie jemanden der überzeugter Calvinist ist und in eine arminianistisch geprägte Gemeinde geht? Ich denke das betrifft mittlerweile sehr viele bibeltreue Christen.
Deppe Grundsätzlich ist es besser, überhaupt in eine Gemeinde zu gehen, auch wenn sie arminianisch geprägt ist, als allein zu Hause zu bleiben. Wenn man sich klar positioniert hat, kann es sein, dass die Initiative der Trennung ohnehin von der Gemeinde ausgeht. Hier sollte man aber vorsichtig sein, sich nicht zu Schubladen zu positionieren wie z.B. der Bezeichnung "Calvinist", sondern zu biblischen Lehren wie der Erwählung etc. Aber auch bei der Konfrontation mit dem Vorwurf des Calvinismus kann man freundlich zu einer Diskussion ermuntern, was denn an dem Reformator Calvin schlecht gewesen sei (als sündiger Mensch hatte er natürlich auch Fehler, er ist kein "Heiliger" im katholischen Sinne). Meist sind nur sehr oberflächliche, pauschale Vorstellungen vorhanden, die sich durch Gespräch und Studium klären lassen. Es ist wichtig, dass die Gesprächspartner hier zu differenzieren lernen. Überhaupt sollte man ein gemeinsames Bibelstudium der debattierten Themen anregen. So lange ein vernünftiges Gespräch über Lehrfragen mit den Gemeindegliedern möglich ist, kann man die Gemeinschaft aufrecht erhalten. Oft bildet sich dann auch eine Gruppe Gleichgesinnter heraus; wichtig ist, dass man nicht gänzlich allein und isoliert ist. Grundsätzlich möchte ich aber auch zur Gründung von Hauskreisen ermutigen, aus denen dann auch neue kleine Gemeinden enstehen können. Eine Gemeinde muss nicht mindestens 50 Mitglieder und ein eigenes Gebäude haben, und auch weite Wege am Sonntagmorgen sind in unserer mobilen Zeit nicht allzu problematisch, wenn man die rechten Prioritäten hat.
TYR John Piper hat in letzter Zeit für einen Aufschrei in der reformierten Welt gesorgt, indem er Rick Warren zu seiner Desiring God Conference im Herbst als Redner eingeladen hat. Wie stehen Sie dazu und wird es auch weiterhin Bücher von Piper bei Betanien geben?
Deppe John Pipers Einladung an Rick Warren hat mich nicht wirklich überrascht, da Piper kein Serparatist, sondern im Gegenteil sehr offen eingestellt ist. Auch theologisch ist John Piper von Einflüssen geprägt, die nicht dem Standpunkt von Betanien entsprechen, z.B. durch sein Studium in München oder durch seinen Professor-Mentor am Wheaton College, Clyde Kirby, einem eher mystisch geprägten Theologen (Martin Erdmann machte mich jüngst darauf aufmerksam). Auch John Pipers Generalthema, der "christliche Hedonismus" ist davon geprägt und beruht auf einer Überbetonung der Gefühle im romantisch-mystischen Sinne. Grundsätzlich ist es richtig, dass wir uns an Gott absolut erfreuen sollen, und Piper hat hierzu sehr viel Gutes geschrieben und veröffentlicht. Aber ich befürchte, dass er zu weit geht. Da er eine so ambivalente Person ist, wird Betanien wohl eher andere Autoren verlegen.
TYR Noch einige kurze persönliche Fragen bzgl. Bücher. Wieviel Bücher lesen Sie im Monat? Und wie groß ist Ihre Bibliothek?
Deppe Meine Bibliothek habe ich noch nicht gezählt. Ich habe ein recht großzügiges Arbeitszimmer, aber da passt nur ungefähr die Hälfte rein, der Rest musste im Keller deponiert werden. Etliche Stapel noch zu lesender oder durchzusehender Bücher liegen auf meinem zweiten Schreibtisch, hauptsächlich englischsprachig. Ich bekomme im Schnitt etwa 5 englische Bücher pro Monat, die ich auf Empfehlung anfordere oder auf die ich aufmerksam wurde. Das Lesen beschränkt sich jedoch meist auf ein Querlesen, um das Wesentliche schnell zu erfassen. Oder ich nehme mir die Bücher wieder vor, wenn das Thema dran ist, z.B. zwecks Vorbereitung von Predigten oder Vorträgen. Deutsche Bücher lese ich, zugegeben, zu wenig. Ich muss auch sagen, dass man als Familienvater zeitlich sehr eingeschränkt ist. Mein Rat an alle Unverheirateten: Nutzt eure jetzige Zeit zum Lesen guter Bücher und zum Erarbeiten einer tiefen lehrmäßigen Grundlage! Diese Gelegenheit kommt erst mit der Rente wieder, aber die Gemeinde Gottes lebt nicht (nur) von belesenen Rentern, sondern braucht junge Leute und Gläubige in den besten Jahren, die stark im Herrn und seinem Wort sind. Sonst fällt man leicht auf die Verführungen herein oder wirkt noch selber daran mit.
TYR Vielen Dank für Ihre Zeit und die Antworten.
Kürzlich erschienene Bücher und lesenswerte Angebote aus dem Betanien Verlag
Trackback-Url für diesen Artikel
Trackbacks / Pingbacks: 2
- Interview mit Hans-Werner Deppe ( cbuch.de / Betanien-Verlag ) « - UNWISE SHEEP II. - (2010-05-28 18:51:58)
- Interview mit Hans-Werner Deppe ( cbuch.de / Betanien-Verlag ) « - UNWISE SHEEP II. - (2010-05-28 18:51:56)
4 Kommentare
-
#1
Danke für das Interview! Ich fand es interessant, mal hinter die Kulissen zu schauen. Letztlich hat es mich auch ermutigt, mit meinem "Laden" nicht gleich aufzugeben! ;-)
-
#2
Ist echt süß zu lesen, wie vormaligen 'Fans' von Piper auf einmal einfällt, das er eigentlich schon immer irgendwie kritisch zu sehen ist. Alleine wie sie versuchen, das Wort Seperatist mit positiven Assoziationen zu füllen hat mich zum schmunzeln gebracht. Manchmal denke ich, dass der Teufel gar nicht mehr viel machen muss, um die Kirche zu zerstören, das schaffen wir alleine schon gut genug, indem wir immer mehr Themen und Personen finden, die ein Zankapfel sind und zu Spaltungen führen. Ich denke, es wäre wichtig, artikulieren zu können, wofür man eigentlich ist und nicht immer nur wogegen!
John Piper ist weit unterwegs um Menschen dorthin zu führen, dass ihre einzige Freude und alles erfüllende Leidenschaft Jesus ist - ich sehe da kein Problem drin. Aber natürlich muss mit einem Pastor/Theologen, der Rick Warren nicht für einen Wegbereiter des Liberalismus', der Emergent Church und vielleicht sogar eines neuen mystischen Katholizismus' sieht etwas falsch sein. Ist immer gut, wenn man dann ein paar Männer zur Seite hat, die neugierig in der LÖebensgeschichte anderer Kramen können und irgendwie auch Verbindungen zu Menschen finden, die vielleicht über ein paar Ecken nicht mehr in unsere Schublade passen. Ich bin dankbar für diese Form der AUfklärung - so will ich nie werden. Vielen Dank... -
#3
Leider konkretiesiert Deppe in seiner Kritik an Piper nichts. Viele Andeutungen, keine Ausführungen.
So geht man einfach nicht mit Brüdern um, tut mir leid Deppe, das gehört sich einfach nicht. Wenn du wirklich Grund zum warnen vor Piper hast, dann mach das, aber nicht so. Deppe scheint Erdmanns dauernden Verschwörungstheorien unkritisch aufzusaugen (Gospel Coalition bzw. Together for the Gospel und sowieso alles ist ein Wegbereiter für die Technokratie...schon klar)
Ja, Piper hat (wie auch Calvin, Luther, Spurgeon, Sproul, Packer, MacArthur, Lloyd Jones und viele andere) seine Schwachpunkte, aber er ist auf gesunde Weise bibeltreu und christuszentriert. Was soll das heißen, dass er ambivalent ist? Jeder der Piper kennt weiß, wie fest er steht; in persönlichen Heiligung und Lehre. Überbetonung der Gefühle,mystisch...klar doch. Das kann man Hofacker und anderen Erweckungspredigern sicherlich auch unterstellen…sind sie deshalb zu verwerfen?
Ich bitte Deppe doch einmal, wie es ich gehört, Belege für seine Behauptungen dazulegen.
Viele meiner Brüder und ich selbst bedauern, dass Deppe einen Bruder aus unseren eigenen Reihen, der sich in aller Konsequenz an die Gnadenlehren bindet, so lieblos abschießt. Ambivalent scheint Deppe selbst zu sein, denn die Infos von Pipers Studium in München und sein Hedonismus sind ein alter Hut… wenn er daran Anstoß nimmt, warum hat er die Bücher überhaupt ins Sortiment genommen? Bei so seinem Verhalten kann man genauso gut sagen: Ich frage mich, ob man den Betanienverlag weiter unterstützen sollte...schließlich werden dort Bücher von Männern verkauft, die nicht hundert Prozent meine Meinung vertreten...
-
#4
Was meine Haltung, Piper gegenüber angeht, dürfte aufgrund meiner Blogposts klar sein, aber...
- Ich halte Deppes Grundstellung der Wachsamkeit sehr gesund und mutig. (Piper ist mit Sicherheit kein Autor der selten "verkauft" wird)
- Deppe verkauft weiterhin Pipers Bücher, weil er offensichtlich einen Wert in einigen seiner Werke sieht (z.B. IHN VERKÜNDIGEN)
- Der Betanien Verlag besitzt den Mut, in seinem Shop auf etwaige Misstöne in den Büchern hinzuweisen und stellt so bibeltreue ganz klar an die erste Stelle... (vor Profit...etc.)
- Letztlich hat Deppe keinesfalls überreagiert ( so wie viele andere Opportunisten) und Piper verteufelt...
- Diese Debatte wird uns dazu bringen wachsamer Literatur gegenüber zu sein...
Also im Gegensatz zu vielen hat (für ich jedenfalls) deppe ser weise reagiert... 