Do
11
Mär
2010
Israel, wer bist du? (Teil 1)
von Peter Voth
„Mit der Welt geht es abwärts, mit Israel aufwärts
und mit der Gemeinde himmelwärts.“
Ludwig Schneider
Ein Wort zum Anfang
Dieser Artikel ist eine Auseinandersetzung mit der Frage der Vereinbarkeit des heutigen nationalen Israels mit reformatorischer Theologie, oder besser Bundestheologie. Bevor ich die Frage erörtern möchte wer Israel den sei, möchte ich anmerken, dass ich ein Freund der reformierten Theologie bin. Ich betrachte die Lehren der Gnaden als biblisch und auch sonst ist das Gottesfürchtige Werk der Reformatoren und Ihren Erben ein Zeugnis wahren Gottesdienstes und wahrer Anbetung. Von Ihnen können und müssen wir fortwährend lernen. Doch ich habe ein Problem. Ich bin kein Anhänger der Bundstheologie. Viele reformierte werden jetzt einwenden, dass es nicht möglich sei reformiert zu sein und zu gleich die Bundestheologie abzulehnen. Das mag sein, meine Einstellung zu Israel tut dem jedoch keinen Abbruch (auch nicht meinem Lehrverständnis von der Vereinbarkeit dieser Pole). Welches Israel ich meine, werden wir nun gemeinsam herausfinden.
Eine Feststellung
In der reformierten Theologie, nimmt die Bundestheologie (manchmal auch Ersatztheologie genannt), einen wichtigen Platz ein. Sie besagt (vereinfacht ausgedrückt), dass das einstige Volk Israel nun die Gemeinde Jesu Christi sei(Der Bund mit dem Volk Israel ist auf die Christus-gläubige Gemeinde übergegangen). Der Bund Gottes mit gläubigen Menschen (im AT das jüdische Volk), bleibt bestehen und findet in der Gemeinde, seine Fortsetzung bzw. seine Erfüllung. Da es sich lt. Bundestheologie um einen ewig gültigen Bund (Bund der Gnade) handelt, bleibt die Kontinuität mit seinem Volk(nun die Gemeinde) bestehen, d.h. auch das Zeichen des Bundes wird fortgesetzt. In der Konsequenz bedeutet das, dass das Zeichen im AT, die Beschneidung, in Form der Taufe seit dem NT bestehen bleibt. Konsequente „reformierte“ sind meist Kindertäufer (Pädobaptisten). Vertreter der Kindertaufe handeln richtig, wenn Sie die Bundestheologie als biblisch richtig erkannt haben. Nun, es gibt ja noch die reformierten Baptisten, die lt. Ihrem Lehrverständnis die Bundestheologie als biblisch richtig anerkennen, jedoch die Taufe nicht in der Art, wie die Presbyterianer bloß als Bundeszeichen ansehen, sondern es für erforderlich halten, dass bevor die Taufe geschieht, ein Glaube vorhanden sein muss. Bekehrung und Widergeburt gehen also der Taufe voraus. Beides ist aus Sicht der Bundestheologie akzeptabel und nicht verwerflich. Doch ist die Bundestheologie, die eindeutige Theologie der heiligen Schrift? Ist die Bundestheologie, ein schriftgemäßes Gebilde?
Nicht „solo Scriptura“
Um diese Fragen zu beantworten müssen wir in die Bibel schauen UND auf Israel. Wie mir ein reformierter Bruder zu Recht kürzlich schrieb, heißt „sola scriptura“ nicht „solo scriptura“. Wenn wir also in das Wort Gottes schauen, ist es angebracht auch auf die gegenwärtigen Zeichen gegebener Realitäten, zu schauen. Und wir werden beobachten, dass Gott wirkt, hier und heute, im Menschen, in der Geschichte und in der Zukunft. Warum nicht, das in der Bibel beschriebene Israel mit dem heutigen vergleichen? Gibt es sogar Parallelen? Oder gar Erfüllungen?
Das ethische und nationale Israel (und ihre „Blutspur“)
Seit der Zerstörung Jerusalems (70 n. Chr.) und der Zerstreuung Israels in alle Völker, war das Land Israel von der Landkarte verschwunden. „Israel“, war von der Erde getilgt, seit Roms Kaiser Hadrian 135 n. Chr. Israel in Palästina umbenannte. Damit wollte er alle Erinnerungen an den Namen auslöschen, dessen Inhalt bedeutet, dass „Gott für Israel streitet“. Seitdem sollte es viele muslimische und „christliche“, Saaten und Länder geben, doch kein jüdisches. Das nationale Israel war tot, für alle, auch für die Christen. Fortan sah sich (wie oben bereits angedeutet) die Kirche als das wirkliche und neue Israel (Replacement Theology). Denn, die Verheißungen Gottes, sollten sich ja erfüllen, aber mit wem? Israel war nicht mehr da, das jüdische Volk zerstreut. Die Antwort war für die Christen einfach, wir sind das eigentliche Israel. Die Gemeinde der Gläubigen, die Gemeinde Jesu Christi. Damit haben sich die Christen (heute vor allem die reformierten) daran beteiligt, dass man an das irdische Israel nicht mehr gedenken soll. Das nationale und ethische Israel hat im Zeitalter der Gemeinde keinen Platz in dieser Theologie (Bundestheologie). Ja nicht mal die geringste Bedeutung. Eine Tatsache bzw. Feststellung mit der der gewöhnliche reformierte, keine Probleme hat. Doch damit macht er sich wiederum indirekt mit den Menschen gleich, die das nationale Israel ebenfalls nicht gerne „begrüßen“.
1300 v. Chr. wollte Pharao die Hebräer im Nil ertränken. Später wollten die Amalekiter, die Israeliten in der Wüste vernichten. 578 v. Chr. führten die Babylonier, die Juden in die Verbannung um sie als Nation auszulöschen, bis König Nebukadnezar wahnsinnig wurde und Gras aß, so dass die Juden nach 70 Jahren wieder nach Zion heimkehren durften. Der Syrer-Grieche Antiochius Epiphanes IV. versuchte den Juden Ihr Judentum zu nehmen bis er vor den Makkabäer-Juden kapitulieren musste und die Juden 167 v. Chr. den Tempel Gottes neu weihten.
Zu guter Letzt kamen die Römer und zerstörten 70 n. Chr. den Tempel und die Stadt Jerusalem und zerstreuten die Juden unter alle Völker.
Darauf hin hatten die Juden (welche eigentlich Israeliten sind) eine schwere Zeit. Pogrome und nicht zuletzt der Holocaust wollte diesem Volk für immer das Garaus machen („Endlösung“, es war angestrebt dieses Volk für immer zu vernichten). Trotz allen Hasses, Verfolgungen und Anfeindungen, überlebten die Juden. Für die Welt war Israel tot, auch theologisch und aus irgendeinem unerfindlichen Grund wollte man die Juden vernichten. Dieser Hass (Antisemitismus) zieht sich wie ein roter Faden durch die ganze Weltgeschichte und hält bis heute an. Warum wurde und wird das nationale Volk Israel derart verfolgt? Weil es Gott untreu geworden ist und damit Ihre gerechte Strafe bekommt? Oder doch weil es, wie zur Zeit des AT, das Volk Gottes ist?
1948 wurde der erste Judenstaat gegründet, Israel. In der Hoffnung auf Ruhe und eine endliche Heimat kehrten seitdem Juden aus allen Völkern nach Israel heim. Der gewöhnliche reformierte Christ, kann mit diesem Umstand nichts in Verbindung bringen und schon gar nichts anfangen. Für Ihn hat es keinerlei Bedeutung, denn die Segnungen des Volkes Israel sind ja auf die Gemeinde übergegangen. Die Bundestheologie verbietet das nationale Israel, als das Volk Gottes anzusehen. Für den gewöhnlichen reformierten hat das heutige Israel nicht mehr Bedeutung als Deutschland, China oder Laos. Die Bundestheologie macht das nationale heutige Israel, nicht weiter bedeutend. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass viele reformierte Christen nicht einmal auf Israels Seite stehen, wenn es um die Frage geht, wem das Land gehöre. Ist das nicht seltsam? Ist das nicht befremdlich? Spricht diese Haltung sogar gegen die heilige Schrift?
Totgeglaubte leben länger
Trotz dieser Tatsachen hält sich Israel immer noch. Seit der Gründung wurde kein anderes Land derart bedrängt und bekämpft. Vermehrt wenden sich die Medien gegen Israel und zeichnen ein (aus meiner Sicht) einseitiges Bild des Landes. Die Palästinenser sind die Opfer, die Israeliten die Täter. Da erstaunt es kaum, dass sich sogar Christen gegen Israel wenden. Das heutige Israel, war bis vor knapp 60 Jahren Wüste und grünt und wächst seitdem unaufhörlich. Trotz der zahlreichen Kriege und Feinde, wächst die Wirtschaft und Juden wandern kontinuierlich in das Land ein. Ist es nicht merkwürdig, dass ein Land, das mit 7,3 Millionen Einwohnern, gerade mal der Population (und Größe) des deutschen Bundeslandes Hessen entspricht, die ganze Welt beschäftigt? Ist es nicht, besonders für einen Christen, eine Überlegung wert, hier einzuhacken? Die ganze Sache mal (sofern man die Bundestheologie vertritt, oder auch nicht) von einer anderen Perspektive zu betrachten? Wäre es nicht sogar möglich, dass die Bibel zwischen dem Volk Israel und der Gemeinde einen Unterschied macht?
Wer ist Israel? Eine Identifizierung.
„So spricht Gott, der Herr: Wenn ich das Haus Israel wieder sammle aus den Völkern, unter die sie zerstreut worden sind, so werde ich mich an ihnen heilig erweisen vor den Augen der Heiden, und sie sollen in ihrem Land wohnen, das ich meinem Knecht Jakob gegeben habe.“
Hesekiel 28, 25
Dies ist eine Aussage Gottes an den Propheten Hesekiel. Liest man diesen Vers, alleine und für sich, dürfte kein Zweifel aufkommen, dass hier das nationale Israel gemeint sei. Wenn Gott hier sagt dass das Haus Israel „wieder“ im Land wohnen solle, dass er einst seinem Knecht Jakob gegeben habe, dann kann man dies nicht missdeuten. Aber was ist mit der Aussage, dass sich Gott heilig am Volk erweisen würde? Ist Israel nicht ein sündiges Land wie jedes andere? Ja das stimmt. Dann ist hier wohl doch die Gemeinde gemeint!?
Israel heute. Ein Exkurs.
Das heutige Israel ist zum größten Teil jüdisch. Christen sind nur sehr wenig anzutreffen. Eine geringe Anzahl von Juden bekennen sich zu Jesus (messianische Juden). Diese haben es oft nicht leicht und müssen teilweise sogar mit Verfolgungen von orthodoxen Juden rechnen. D.h. Christen, besonders Judenchristen haben kein leichtes Standing im „gelobten Land“. Dabei sind noch lange nicht alle Juden religiös. Eine große Zahl der Juden sind säkular. In einer Umfrage unter Israelischen Juden des „Jerusalemer Institut für Israel Studien“ und „Jerusalem Center für jüdisch-christliche Beziehungen“ beantworteten 78 % der befragten säkularen Juden die Frage „Sollte Christen die freie Ausübung ihres Glaubens in Israel gestattet sein?“ mit „Ja“, während die religiösen zu 68 % mit „Nein“ antworteten (Israel heute, Nachrichten aus Israel, Nr. 367, April 2009). Kann es sich hier also um ein von Gott geheiligtes Land handeln? Wo Jesus Christus nicht willkommen geheißen wird und die Sünde wie in jeder anderen Nation seinen Platz hat?
Was wir heute in Israel sehen, ist nur teil der Erfüllung die noch kommen wird. So gesehen nur die Wehen des großen „Finales“. Dass das Volk Israel wieder in das Land Judas und Israels heimkehrt, ist nur eine Teilerfüllung und kann keinesfalls als vollkommene Erfüllung angesehen werden. Doch die Erfüllung welcher Prophezeiung deute ich an? Während wir im oberen Vers bereits eine klare Aussage feststellen konnten, werden wir uns tiefer in die Wahrheiten der Schrift „leiten lassen“ müssen.
Das Tausendjährige Reich. Dispensationalistische Illusion?
Der gewöhnliche christus-gläubige reformierte Christ hat für den Dispensationalismus nichts übrig. Was nicht weiter verwunderlich ist, denn der Dispensationalismus (Eine Lehre die die Bibel in Haushaltungen teilt) vertritt den Prämillennialismus, während die Bundestheologie nur den Amillennialismus zulässt. Diese jeweils unterschiedlichen Auslegungen der Eschatologie (von den Dingen die kommen werden) schließen sich aus. Die reformierten betrachten den Dispensationalismus als eine inkonsequente und „außer-biblische“ Betrachtung der kommenden Dinge. Als ein System, das der Bibel übergestülpt wird und nicht der Selbstauslegung der Schrift standhält. Mir ist dabei aber immer noch schleierhaft, wie die reformierten die Bundestheologie wie selbstverständlich gerade so mit der heiligen Schrift verfahren. Mit einer gewissen Selbstverständlichkeit wird die Bundestheologie vorausgesetzt und nach diesem Schema wird dann die Bibel ausgelegt (siehe Taufe).
Wir finden z.B. keine einzige Stelle im NT die die Kindertaufe lehrt. Die Beschneidung als Zeichen des Bundes wird in allen Einzelheiten in der Schrift dargestellt. Die Juden wussten genau, wann und wie die Beschneidung geschehen soll. Für den Vertreter der Bundestheologie ist die Taufe seit dem NT quasi mit der Beschneidung gleichgesetzt (oder eine Fortsetzung dessen). Doch im NT wird nicht ein einziges Mal gelehrt, dass die Taufe ebenso an einem Kind ausgeführt werden soll (z.B. am 8. Tag). Vielmehr wissen wir, dass die Taufe nach dem Glauben geschehen soll. Ein Kleinkind (Baby, Taufalter) kann jedoch nicht in dem Maße und der Art glauben, wie es die Schrift erfordert (was nicht heißt dass es verloren sei). Nochmals zur Klarstellung, ich möchte die reformierten nicht beschuldigen oder schwarzmachen. Ich liebe und kenne Sie als bibeltreue und gewissenhafte Brüder, doch ich kann mich des Eindrucks nicht verwehren, dass die Bundestheologie eine gewisse Diskrepanz mit der Schrift aufweist.
Nun zum eigentlichen Grund diesen Abschnittes. Ein Zeitalter oder bestimmten Zeitabschnitt von 1000 Jahren finden wir ausschließlich in Offenbarung 20. Bevor wir uns näher mit diesem Millennium befassen werden, möchte ich anmerken das dass, meiner Meinung nach, zuwenig ist um daraus ein ausgeklügeltes System von Haushaltungen (Dispensationen) zu erstellen.
„Und ich sah einen Engel aus dem Himmel herabsteigen, der hatte den Schlüssel des Abgrundes und eine große Kette in seiner Hand. Und er ergriff den Drachen, die alte Schlange, die der Teufel und der Satan ist, und band ihn für 1000 Jahre und warf ihn in den Abgrund und schloss ihn ein und versiegelte über ihm, damit er die Völker nicht mehr verführen kann, bis die 1000 Jahre vollendet sind. Und nach diesem muss er für kurze Zeit losgelassen werden.“
Offenbarung 20, 1-3
Außer in diesen Versen finden wir die Erwähnung von 1000 Jahren noch in den folgenden vier (V. 2,3,4,5,6,7) diesen Kapitels. Der Amillennialismus geht davon aus, dass die 1000 Jahre nicht buchstäblich zu verstehen seien (symbolisch) und dass wir uns bereits in diesem Zeitalter von 1000 (Eine Bezeichnung für einen längeren Abschnitt) Jahren befinden in dem die Macht des Satans „gebunden sei“. Doch dies ist ein Problem, denn wir finden hier keinerlei Andeutung, dass die 1000 Jahre nur symbolisch zu verstehen seien. Aus zahlreichen biblischen erfüllten Prophezeiungen wissen wir, dass die Bibel Zahlen wortwörtlich meint. John MacArthur schreibt zu Off 20,2 u.a. folgendes:
„Wenn man dieselben wörtlichen, historisch-grammatischen Prinzipien der Schriftauslegung so anwendet wie beim Bestimmen der normalen Bedeutung von Sprache, kommt man unausweichlich zu der Schlussfolgerung, dass Christus wiederkommen und 1000 Jahre über ein reales irdisches Reich herrschen wird. Nichts in diesem Text veranlasst zu schließen, dass >tausend Jahre< symbolisch gemeint sei.“
(Fortsetzung folgt)
Was ist deine Meinung? Welchen Standpunkt vertretest du?
Mi
10
Mär
2010
Medienoffensive der Hirten
John MacArthur auf der Shepherd´s ConferenceGerade ist die Shepherd´s Conference zu Ende gegangen. Für alle die nicht im fernen Kalifornien dabei sein konnten gibt es nun die kompletten Beiträge (!) als Audio bzw. Videodateien herunterzuladen. Ein echter Schatz für jeden der auftanken möchte und in die tiefen des Wortes Gottes eintauchen möchte, im Kontext des Dienstes als Pastor. Besonders unterhaltsam ist die Q&A Session mit John MacArthur und Rick Holland. Sehr empfehlenswert. Hier die Ressourcen und Medien.
Di
09
Mär
2010
Zusammen für ein Studierzimmer
Der Traum eines jeden LesersWer hat sich nicht schon mal gewünscht die hauseigene Bibliothek und die Arbeitsumgebung seines Lieblingspredigers zu sehen? Die evangelikale und reformatorisch geprägte Allianz "Together for the Gospel" gibt nun ganz "intime" Einblicke in die Studierzimmer Ihrer Prediger. Wer sind die Protagonisten? Niemand geringes als die einflussreichsten Autoren im englischsprachigen Raum wie zum Beispiel John MacArthur, der als einziger bei seiner so genannten "Study Tour" auf eine ausführliche Einführung seiner Bibliothek verzichtet, dafür aber ein beeindruckendes Zeugnis zur Ehre Gottes zum Besten gibt:
Auch die anderen Videos von und mit R.C. Sproul, Ligon Duncan, Mark Dever, C.J. Mahaney, Thabiti Anyabwile und Albert Mohler sind mehr als sehenswert und haben mich inspiriert. Bitte mehr davon...;-)
Mo
08
Mär
2010
Neue Medien, alte Wahrheit
Der "Village Church" PodcastDie Medien, besonders das Internet, wurden (glücklicherweise) auch von bibeltreuen und evangelikalen Christen entdeckt und werden besonders im englischsprachigen Raum fleißig zur Reichsgottesarbeit genutzt. Bleibt nur zu hoffen dass auch deutschsprachige Pastoren, Prediger und Gemeinden den Mut finden die "neuen" Medien als ein Sprachrohr für das Evangelium zu nutzen.
Besonders durch itunes habe ich in letzter Zeit einige Segnungen erfahren. Itunes? Ja, richtig. Über itunes kann man kostenlose Podcasts von Predigern und Konferenzen downloaden. Wenn neue Beiträge online sind, werden diese automatisch zur persönlichen Podcast-Bibliothek auf itunes hinzugefügt. So ist man (fast) live dabei, wenn John MacArthur seine Auslegungen darlegt, Matt Chandler die Botschaft freudig und doch ernst rüberbringt, oder Steve Lawson mit heiligem Ernst über Heiligung spricht. Im folgenden möchte ich einige wertvolle Podcasts vorstellen.
The Village Church Podcast
Der junge Pastor und Gemeindegründer Matt Chandler stellt hier seine Sonntagspredigten online. Sie sind inspirierend und erfrischend. Und doch bleibt Chandler der Bibel in allen belangen treu und folgt einer klaren, reformatorischen Theologie. Pastor Matt Chandler geht aktuell den Kolosserbrief durch. Zur Zeit kämpft er mit einem Gehirntumor (er ist erst MItte 30) und es ist faszinierend zu sehen, wie er auch durch seine Krankheit Christus verherrlicht. Sehr empfehlenswert!
John MacArthur während einer seiner AnsprachenGrace To You: Video Podcast
Über die auslegenden Predigten des "alten" Pastors brauch ich, glaub ich kein Wort zu verlieren. MacArthur ist theologisch gefestigt und folgt seiner bibeltreuen Linie. Unaufgeregt, souverän und der Wahrheit verpflichtet hangelt sich John MacArthur von Wort zu Wort. Sicher ist seine teilweise "dispensationalistische" Sicht nicht jedermanns Überzeugung. Für jemanden der seine Studienbibel aber nicht verwunderlich. Für einen eifrigen Nutzer der MacArthur-Studienbibel eine fruchtbare Ergänzung.
Resolved 2009 Podcast
Die Jugendkonferenz, initiiert durch John MacArthurs Grace Community Church, bietet besonders für Jugendliche gute, geistliche Nahrung. Besonders Steve Lawsons Predigt "Blessed Purity" hat mich regelrecht aufgeweckt. Unbedingt in ganzer Länge "genießen". Falls du kein itunes hast kannst du dir die Predigt hier in voller Länge als Videodatei anschauen. Sehr empfehlenswert und ein echter Segen.
Was hälst du von den neuen Medien als "Sprachrohr"?
Hörst du auch Podcasts? Welche sind deine "Favorites"?
So
07
Mär
2010
Der junge "Reformator" 2.0
Diese Seite wagt einen Neustart. Aber nicht in Sachen Theologie sondern in der Qualität der Beiträge (hoffe ich zumindest). Ich ertappe mich immer wieder dabei wie ich Blogs nur noch überfliege, kurz die Überschrift streife und dann weiter klicke. Dies ist ein Unsitte die das Internet wohl mit sich bringt. Doch ich erachte es für sinnvoll, sich für bestimmte Blogbeiträge genauso viel Zeit zu nehmen wie für einen interessante Zeitungsbeitrag. Die Vorraussetzung dafür ist natürlich die Qualität. Gut recherchierte Texte und Studien sind in der Bloggerwelt (vor allem in der christlichen) zur Seltenheit geworden. Dagegen werden immer öfter wahllos Youtube-Videos verlinkt oder Irrlehrer mit ein zwei Sätzen abgefertigt (das sind alles Fehler die ich in der Vergangenheit auf theyoungreformer.de begangen habe). Dieser Entwicklung möchte ich mit der Beta-Version von theyoungreformer.de entgegenwirken. Ich hoffe mit qualitativen und regelmäßigen Beiträgen dem gerecht werden, dem es gerecht zu werden gilt, Jesus Christus (auch wenn das eine Mission Impossible ist).
Der Fokus wird in Zukunft verstärkt auf reformierte Literatur und Theologie gesetzt, vor allem in Form von Rezensionen. Daneben wird es Artikel über Glaubensdinge geben.
Wie gefällt euch das neue Design?
Di
01
Sep
2009
Pause
Hallo liebe/r Leser/in dieses Blogs,
diesen Monat (evtl. auch darüber hinaus) werde ich keine neuen Artikel etc. veröffentlichen. Evtl. wird in nächster Zeit der hier angekündigte Artikel veröffentlicht und das Buch des Monats Sep. gekürt, darüber hinaus wird es defintiv nichts neues geben. Ich bitte um Verständnis und wünsche euch Gottes reichen Segen.
Soli Deo Gloria,
dein Peter
So
30
Aug
2009
"Ist die Bibel Wahrheit?" Neues Hörbuch

Die Hörfassung von William MacDonalds Buch "Ist die Bibel Wahrheit?", ist nun als günstiges Hörbuch für nur 2 € zu haben. Hierbei handelt es sich um MP3-Dateien. Die CD eignet sich hervorragend dazu, Nicht-Christen mit der Bibel auf einer anderen Art und Weise zu konfrontieren (Ab 20 Stk. kostet das Hörbuch nur 1€).
Sa
29
Aug
2009
John MacArthur und sein "leaky dispensationalism"
In diesem kleinen Audiobeitrag, entstanden bei einer Q&A Session, erklärt und verteidigt der bekannte Pastor und Autor John MacArthur kurz seinen "Dispensationalismus". Sein Standpunkt ist meiner Meinung biblisch und richtig (in kürze werde ich einen größeren Artikel darüber verfassen). Damit ist MacArthur ganz klar ein "Outsider" im reformatorischen "Camp", die ganz klar die Bundestheologie vertritt, die besagt dass die Gemeinde Christi, das wahre Israel sei. Hier die mp3.
(Quelle der mp3: http://www.gty.org)
Fr
28
Aug
2009
Ach, Herr, wie lange noch?
Donald A. Carson
OT: How Long, O Lord? | 270 Seiten Paperback |
Preis:ca. € 14,90 | Verlag: Esras.net Untertitel: Gedanken über das Leiden und andere Nöte | Genre: Biblische Lehre
Dieses Buch erschien bereits 1990 in den USA und wurde seinerzeit von Francke 1993 ins deutsche übersetzt und verlegt. Leider legte Francke das Buch nie neu auf und so entschloss sich der neu
gegründete Esras.net Verlag dieses Buch unverändert (bis auf den Umschlag) 16 Jahre später neu aufzulegen.
Das Thema der Vereinbarkeit von Leiden und Gott, ist ein sehr altes und ein sehr schwieriges Thema, aber auch ein immer aktuelles, so dass dieses Buch mitnichten veraltet oder althergebracht
daherkommt. Im Gegenteil, ich wage zu behaupten, dass das Buch von Carson einer der besten zu diesem Thema ist.
Carson macht auch gleich zum Anfang deutlich, dass er keine Patentlösungen aufzubieten hat, dies ist auch nur ehrlich und meiner Meinung nach von großer Wichtigkeit festzustellen, denn wen alles Leid
erklärbar wäre, wozu gibt es dann z.B. das Buch Hiob in der heiligen Schrift?
Man muss Carson vorneweg ein großes Lob zusprechen, denn sich mit diesem Thema umfassend auseinander zu setzen erfordert viel Mut. Carson, selbst in seinem engeren Umkreis (und auch selbst)
vom „Schicksal“ getroffen, denkt in den ersten Teilen des Buches über das allgemeine Leid nach, bevor er „Falsche Schritte, die auf Unwissenheit und Anmaßung beruhen“ aufdeckt.
Im zweiten Teil, genannt „Einzelteile des Puzzlespiels“(der Hauptteil des Buches), geht Carson insbesondere auf Biblische Beispiele ein und erklärt wie das Leiden zu deuten und zu verstehen ist
(dabei geht er u.a. auf Kriege im Namen Gottes, Krankheiten, Armut aber auch auf das Mysterium Hiobs ein).
Der dritte Teil, ist der meiner Meinung beste. Unter dem Haupttitel „Ein Blick auf das Gesamtbild“ erklärt Carson in 3 Kapiteln u.a. das Geheimnis der Vorsehung, vor allem aber die
„Vereinbarkeitsthese“, die sich mit der Vereinbarkeit Gottes Souveränität mit der menschlichen Verantwortlichkeit auseinandersetzt. Carson geht (meiner Meinung zu recht) davon aus, dass Gott
hinter allen Dingen steht und alles in seiner Hand hält (zwangsläufig auf eine „asymmetrische“ Weise auch hinter dem Leid). Wie ist dann die Verantwortlichkeit des Menschen zu verstehen? Ist
der Mensch am Ende gar nicht schuldige?
Carson versteht es vor allem anhand der heiligen Schrift diese brennenden Fragen zu beantworten. Hilfen zur Seelsorge und wie man mit leidenden Menschen umzugehen hat, weist Carson behutsam und
andeutend auf. Der Anhang über das Problem von Aids, verdeutlicht abschließend nochmal, Carsons Sicht auf das Leid.
Fazit
Ein Buch, dass ich aufgrund der fundierten Fragestellungen und Antworten nur empfehlen kann. Für leidende ein Trost. Für Seelsorger eine große Hilfe. Für den unvoreingenommenen Leser ein Zeugnis des
Glaubens. Ein Buch, dass man einmal gelesen haben sollte.
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Mi
26
Aug
2009
Der Giftbecher des Prinzen
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